Telegrafie oder CW





                           
Warum CW ?      Squeeze-Technik      Abkürzungen      CW-Operating     
                           




Warum soll man CW lernen?



Es gibt viele gute Gründe warum jemand CW lernen sollte, z.B.
weil man internationale Kontakte ohne Fremdsprachenkenntnisse pflegen kann. Die gebräuchlichen Abkürzungen und Q-Gruppen sind jedem Telegrafisten bekannt. Mit ihnen lassen sich problemlos Funkkontakte durchführen, unabhängig von der jeweiligen Muttersprache. Natürlich kann man in CW auch seine Fremdsprachenkenntnisse pflegen, der Einstieg in einen Funkkontakt ist mit Q-Gruppen und Abkürzungen jedoch sehr leicht.
weil europaweite Kontakte in CW zuverlässig möglich sind, ohne sich um die aktuellen Grenzwerte für Herzschrittmacherträger und die Personenschutzgrenzwerte kümmern zu müssen. Die abgestrahlte Leistung kann dazu nämlich unter der Bagatellgrenze bleiben! Auch Nachbars Fernseher bleibt davon unbehelligt. Als Antenne reicht ein unauffälliger Draht, ein Mast mit Richtantenne ist nicht notwendig. Mit CW erspart man sich von vornherein die Probleme, die man z.B. bei SSB-Betrieb und höheren Sendeleistungen vielleicht erst noch lösen müsste.
weil gerade bei kleinen Ausgangsleistungen die vorhandene Sendeenergie möglichst effektiv genutzt werden sollte. Ein CW-Signal bündelt die Sendeenergie "in einem Ton", während dieselbe Energie für Kontakte in SSB in ein breites Sprachspektrum verteilt wird. Für denselben Funkerfolg wäre in SSB eine erheblich höhere Ausgangsleistung bzw. mehr Antennenaufwand nötig.
weil seltene Stationen erfahrungsgemäss in CW wesentlich leichter zu "erwischen" sind als mit derselben Anlage in anderen Betriebsarten.
weil man während eines Kontakts in CW gleichzeitig essen und trinken kann :-)
weil mit wenigen Bauteilen vollwertige Funkgeräte für CW selbstgebaut werden können. Viele Hersteller haben spezielle Bausätze im Angebot, die auch von Anfängern zusammengebaut werden können. Für wenig Geld bekommt man dadurch eine vollständige Station.
weil ein kleines Funkgerät für CW mit kleiner Ausgangsleistung ("QRP-Gerät") mit kleiner Drahtantenne gerade noch ins Wander- oder Urlaubsgepäck passt, ein grösseres Gerät für SSB oder ein Laptop für digitale Betriebsarten aber nicht mehr.
weil CW für die Umgebung eine lautlose Betriebsart ist. Zum Hören nehme man einen Kopfhörer, und das Geben geschieht lautlos - schon weckt man beim Funkkontakt nicht mehr die Familie auf oder den Nachbarn im Hotelzimmer nebenan.
weil CW eine Kunst ist, die man betreiben kann, ohne sie kaufen zu können.

Sicher gibt es noch mehr gute Gründe dafür, CW zu lernen und zu praktizieren. Gern wird der Vergleich zwischen dem Motorboot und dem Segler bemüht. Das Motorboot ist leichter und schneller am Ziel, aber es gibt trotzdem immer noch Segler, die einfach Spaß am Segeln haben und sich bewusst für das Segeln entscheiden. "Der Weg ist das Ziel" (das Beispiel funktioniert auch mit den Wortpaaren Radfahrer - Auto-/Motorradfahrer und Segelflieger - Motorflieger). So ist es auch bei CW. Wer einwirft, es gäbe Betriebsarten, die Informationen schneller und einfacher übertragen, hat zwar Recht, verkennt aber, dass es dem telegrafierenden Funkamateur ja gar nicht auf die schnelle und einfache Übertragung von Informationen ankommt. Diese Konkurrenzsituation, bei der CW heutzutage naturgemäß schlecht abschneidet, gibt es nicht! Der Funkamateur ist keine kommerzielle Funkstelle, die ihr Geld mit der Übertragung von Informationen verdient. Die meisten dieser Funkstellen sind längst auf andere Betriebsarten umgestiegen; CW im Seefunk war früher die Regel und ist heute die große Ausnahme. Dem Funkamateur macht die Betriebsart als solche eben Freude - nicht mehr und bestimmt nicht weniger!

Darum sollte man auch heute noch CW lernen!

© AGCW-DL e.V. - http://www.agcw.de -
 
 

 
 
Squeeze-Technik, und wie man sie erlernt
 
 
Squeeze . . .  
 
. . . heisst so viel wie "pressen", "drücken". Gemeint ist hier das Zusammendrücken der beiden Arme der Morsetaste. Die Taste ist mit einer Elektronik verbunden, die die entsprechenden Zustände auswertet bzw. umsetzt. So ergibt das Drücken des linken Armes ("paddle") eine Folge von Punkten, das Drücken des rechten Armes eine Folge von Strichen. Beim Zusammendrücken beider Arme gibt die Elektronik eine Folge aus Punkten und Strichen aus, z. B. di-dah-di-dah-di-dah, wenn man den linken Arm zuerst drückt. Wenn man den rechten Arm zuerst drückt, beginnt die Ausgabe mit einem Strich, also: dah-di-dah-di-dah-dit. So kann man, je nachdem, mit welchem Paddle man beginnt, und je nachdem, wie lange man zusammendrückt, und je nachdem, welches Paddle man zuletzt loslässt, die Morsezeichen mit nur wenigen Fingerbewegungen und deshalb auch sehr schnell geben. Das klingt ein wenig kompliziert, aber es macht viel Spass, probieren Sie es mal aus! Und man kann es gut lernen, wenn man entsprechend trainiert...  

Anleitung in 10 Lektionen . . .  

wobei ich davon ausgehe, dass Sie schon morsen können (mit der normalen Hubtaste). Wenn nicht, würde ich sagen, dass es schon sinnvoll wäre, erst das "normale" Geben zu lernen!  

1. Experimentierphase - Vertraut werden mit der Taste Spielen Sie mit Ihrer Taste bei verschiedenen Tempo-Einstellungen nach Herzenslust frei herum. Probieren Sie alles aus, was Ihnen einfällt. Versuchen Sie es auch mal mit der linken Hand... Ganz wichtig ist folgendes: Achten Sie möglichst von Anfang an darauf, dass Sie die Paddles nur mit kleinen, weichen Bewegungen und ganz wenig Kraft drücken! Justieren Sie Hub und Gegendruck entsprechend. Ein ziemlich kleiner Hub und recht leichter Gegendruck ist anzustreben! Später, wenn Sie fortgeschritten sind, werden Sie Hub und Gegendruck noch kleiner einstellen! Den "Squeeze-Profi" erkennt man daran, dass er die Finger kaum bewegt und quasi keine Kraft anwendet!!! Nur der Nicht-Könner führt theatralische Finger- und Handbewegungen aus und schlägt auf die Paddles, dass es nur so klappert....  

2. Nur Striche: o - m - t - 0 (Null) Nur Punkte: 5 - h - s - i - e 

Vermutlich haben Sie inzwischen schon probiert, das eine oder andere Morsezeichen zu formen? Wie sieht´s z. B. aus mit dem "o", dem "m", dem "t" oder der "Null" ??? Oder mit diesen: 5, h, s, i, e oder "hi" (wird meist gegeben wie "h e e") ? Beginnen sie mit den längeren Zeichen! Diese fallen erfahrungsgemäß anfangs etwas leichter. Üben Sie diese Buchstaben, bis Sie sie einigermassen sicher können. Versuchen Sie zwischendurch ruhig immer wieder auch andere Zeichen! Probieren Sie mal "cq" zu geben! Klappt noch nicht? Macht nix. Gehen Sie zu der Übungssequenz Nr.3!  

3. 1 Punkt zu den Strichen: a - w - j - 1 und: r contra a 

Kombinieren Sie jetzt das bereits geübte "e" mit den geübten Zeichen t - m - o so miteinander, dass folgende neue Zeichen entstehen: a - w - j - 1 (eins)! Dazu müssen Sie den Daumen immer rechtzeitig loslassen, sonst wird z. B. aus dem "a" ganz schnell ein "r"!!! Machen Sie aus der Unsicherheit eine Tugend, indem Sie versuchen, absichtlich ein "r" zu geben! Das ist schon ziemlich schwierig. Entwickeln Sie ein Gefühl für diesen Unterschied! Gehör und Bewegungsgefühl sind bei der Squeeze-Technik ganz besonders gefordert! Versuchen Sie aber auf dieser Stufe vor allem, die Buchstaben a - w - j - 1 immer sicherer zu geben. Werden Sie nicht ungeduldig, üben Sie täglich eine Zeitlang konzentriert, hartnäckig und eisern!  

4. Wörter, kleine Sätze, Abkürzungen! Neu: = und - Folgende 14 Zeichen sollten Sie nun schon ziemlich sicher im Griff haben: 

t - o - m - 0 e - i - s - h - 5 und "hi" a - r - w - j - 1 

Schreiben Sie sich 5-er Gruppen aus diesen Buchstaben auf ein Blatt Papier und üben Sie diese. Sie können nun auch versuchen, folgende Wörter mehrmals hintereinander zu geben: Tom - sie - Moor - es - Eis - Meise - hr - Masse - wo - heiss - Moos - heim - war - Mars - rst - Morse - hw - Miss - where - usw. Dann den Satz: "Wo war Tom?" Richtig, das Fragezeichen ist neu. Aber gar nicht schwer! Geben Sie einfach die Buchstaben i - m - i ohne Abstand, so dass ein "?" daraus wird! Üben Sie: "Es ist heiss" Konzentrieren Sie sich und geben Sie genau acht, wie lange der Daumen das Paddle drücken muss! Zugegeben, das Wort "heiss" ist nicht so einfach. Weitere Übungssätze: Tom is hr = Where is Mam? She is hr = hw? Here is Maria = rst? Das Zeichen = ist ebenfalls recht leicht zu geben: Zeigefinger - Daumen - Zeigefinger! Strich- und Punktpaddle werden etwa gleich lang gedrückt. Lassen Sie den Daumen ein wenig länger auf dem Paddle, und es entsteht der Bindestrich "-". Üben Sie abwechselnd "-" und "=" !  

5. Punkte hinten dran: n - d - b - 6 und: g - z - 7 und: 8 - : - 9 

Formen Sie nun Zeichen, bei denen an einen Strich bzw. an eine Strichfolge ein Punkt oder mehrere Punkte angehängt werden. Also: n - d - b - 6 Geben Sie diese Folge immer wieder! Dann in umgekehrter Reihenfolge: 6 - b - d - n g - z - 7 Ebenso vorwärts und rückwärts üben! dann noch: 8 - : - 9 (der Doppelpunkt ist dah-dah-dah-di-di-dit) Geben Sie Rapporte: rst 559 - 559 - 569 - 579 - 589 - 599 Ersetzen Sie dann die "9" durch die Abkürzung "n"!  

6. Wenig Bewegung, grosse Zeichen: ar - c Ausserdem: k - y und: k versus r 

Studieren Sie nun die Zeichen "ar" (= "+") und "c" ein! Achten Sie sehr auf den Unterschied! Gehörmässig UND bewegungstechnisch. Die Bewegungen sind sehr ähnlich. Gehör und Bewegungsgefühl sind hier wieder besonders gefordert! Üben Sie nun das "k", abwechselnd mit dem "r". Achten Sie darauf, dass Sie das "k" mit einem Minimum an Bewegung erzeugen! Also: Zeigefinger auf das Strich-Paddle, und während der Zeigefinger auf dem Paddle liegt, nur kurz mit dem Daumen das Punkt-Paddle andrücken und gleich wieder loslassen! Dann aber auch rechtzeitig den Zeigefinger vom Strich-Paddle wegnehmen! Beobachten Sie den Bewegungsablauf vom Gefühl her und mit den Augen und vergleichen Sie mit dem Gehör, was rauskommt! Sie können das "k" auch wie mit einer einarmigen Paddle-Taste geben. Also Zeigefinger - Daumen - Zeigefinger. Probieren Sie es aus! Aber wir sollten den Vorteil der Squeeze-Technik nutzen und uns auf ein Minimum an Bewegung einstellen, also den Zeigefinger nur einmal auf das Paddle drücken. Lernen Sie nun noch das "y", bei dem Sie im Unterschied zum "k" lediglich das Strich-Paddle ein wenig länger gedrückt halten! Üben Sie besonders die Zeichenfolgen: 

k - y - k - y - k - y -usw. und dann: r - k - r - y - r - k - r - y - usw. 

Nicht leicht fällt eventuell die Kombination: c - k   

7. Punkte vorne dran: u - v - 4 - 2 - 3 und: sk 

Aus = wird x und aus ar wird der Punkt (.) Ihr CQ-Ruf Ausserdem: QSO - Text Nun wieder etwas leichtere Kost: Hängen Sie zwei oder mehrere Punkte VOR einen oder mehrere Striche! Es entstehen dann folgende Buchstaben: u - v - 4 - 2 - 3 und üben Sie auch das "sk"! Trainieren Sie folgende Worte /Texte: ur rst is 55n = hr wx is sunny = temp is abt 18 c = hw? Hans ist weg = Bitte kommen = ar Versuchen Sie (wenn Sie es noch nicht getan haben sollten): cq cq cq de "nnnn" (Ihr Rufzeichen einsetzen)! Der Bewegungsablauf von "cq" sollte Ihnen in "Fleisch und Blut" übergehen! Also: Üben bis zum Umfallen ;-) Das "x" haben wir noch nicht geübt? War auch nicht nötig, denn es geht genauso leicht wie das Zeichen "=" hat nur, wie Sie wissen, einen Punkt weniger...! Den Punkt "." sollten Sie im Vergleich mit "ar" üben. Toll, mit wie wenig Bewegung und Energie man den Punkt in Squeeze-Technik geben kann!!!  

8. Vorne und hinten Punkte: l - f - p - Apostroph (`) 

Nun brauchen wir noch die Buchstaben "l", "f" und "p" und den Apostroph. Bewegungstechnisch sind sie eng verwandt. Gehen Sie vom "r" aus und lassen Sie den Daumen etwas länger auf dem Punkt-Paddle. Schon kommt ein "l" anstelle eines "r" heraus! Üben Sie: r - r - r - l - l - l - r - r - r - l - l - l - usw. Nun das "f" - Sie wissen schon, wie es zu machen ist... nicht wahr? Trainieren Sie: l - f - r - ` - usw. Nehmen Sie sich mal eine Zeitung vor, suchen Sie sich einen Artikel aus und versuchen Sie ihn mit der Taste zu geben! Langsam erst, dann nochmal und vielleicht etwas schneller. Nun noch das "p": Üben Sie wie folgt: r - r - r - p - p - p - r - r - r - p - p - p - usw. In deutschen Wörtern gibt es oft die Kombinationen: "pf" und "rl". Trainieren Sie deshalb: pf - pf - pf - rl - rl - rl - usw. Übern sie schliesslich das Wort "Kropf"! Ziemlich schwierig, zugegeben. Aber ein sehr gutes Training! Hören Sie sich genau zu! Lassen Sie keine Fehler durchgehen! Achten Sie auf klare Wort-Abstände!  
9. Einfach: das Komma Interessant: Klammer auf und zu Fehlt eigentlich noch ein Buchstabe oder Zeichen??? 

Gut, das Komma ist einfach zu lernen, die "Klammer auf" ist interessant vom Bewegungsablauf (kk ohne Abstand), ebenso die "Klammer zu" (das gleiche wie "kn"). Streben Sie dabei wie immer einen MINIMALEN Bewegungsablauf an! Was sonst noch fehlen sollte, lernen Sie nun schnell, da Sie sich inzwischen ein feines und sicheres Gefühl für die Squeeze-Technik angeeignet haben.  

10. Tempo, Taste nachjustieren, Tipps Steigern Sie das Tempo beim Trainieren bis zum Geht-nicht-mehr! Nehmen Sie es dann aber wieder weit zurück, wenn es darum geht, im echten QSO sicher und möglichst fehlerfrei zu geben. Überprüfen Sie die Justierung Ihrer Taste. Ein zu geringer Gegendruck und zu kleiner Hub sind auch nicht das Wahre. Die Fehlerrate nimmt deutlich zu! Was bringt´s, wenn schon der kleinste Windstoss die Paddles bewegt... Zum Schluss noch ein paar Tips für Ihre weitere "Squeeze-Zukunft": · Picken Sie sich immer wieder mal kritische Wörter aus Texten heraus und üben Sie diese besonders. · Üben Sie das Geben von Texten aus dem Kopf heraus (also ohne Vorlage)! · Überprüfen Sie Ihre Gebeweise auch mit den Augen: Haben sich irgendwelche seltsamen Angewohnheiten eingeschlichen? · Achten Sie auf schlichte, kleine, kaum wahrnehmbare Bewegungen! · Klares und sauberes Geben kommt VOR dem Tempo!  

Tragen Sie es mit Gelassenheit, wenn Sie auch nach einem halben Jahr immer noch nicht fehlerfrei geben können. Mit ständigem Training wird es immer besser - und schliesslich ist es ein Hobby, das Spass machen soll. Fehler passieren eben - und dürfen auch passieren.  

Viel Spass mit der Squeeze-Technik! 73 de DK9NL
 
 

 
 
CW...??? ist gar nicht soo... schlecht!


Aktuelle CW-Abkürzungen
Es reichen einige wenige CW-Abkürzungen aus, um übliche QSOs verfolgen zu können.
International gebräuchliche Abkürzungen sollen im Telegrafie-Verkehr (CW) denjenigen
Funkamateuren, die der fremden Sprache des QSO-Partners nicht mächtig sind, ein problemloses
Verstehen ermöglichen.

Hallo SWL's + CW'er
Vor CW braucht man sich nicht abschrecken lassen.
Wenn Handbücher für den Funkamateur immer noch umfangreiche Listen abdrucken,
in denen längst außer Gebrauch geratene Abkürzungen auftauchen.

Niemand mehr telegrafiert... QRN 5
das würde bedeuten: Ich werde sehr stark durch atmosphärische Störungen beeinträchtigt
oder... QSS? das bedeutet: Welche Arbeitsfrequenz werden Sie benutzen ?

CW- Kürzel
Folgende Kürzel, die heutzutage in einem internationalen Standard- QSO benutzt werden,
sind hier, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, zusammengestellt:

Vor dem QSO wird auf der Frequenz gehört!!! und gefragt:
QRL?... manchmal auch lakonisch ?...
dies bedeutet: Ist die Frequenz belegt?
Als Antwort kommt in use häufiger yes
Frequenz belegt... selten pse QSY ...bitte Frequenzwechsel.


Der allgemeine Anruf
Drei mal CQ dann de [Rufzeichen], oft mehrfach wiederholt... , allgemeiner Anruf von [Call].
Manchmal wird QRP mit Trennungsstrich (richtig) oder als Rufzeichenanhängsel nach einem
Schrägstrich (falsch]), an das Rufzeichen angehängt.

Nach dem Schrägstrich werden nur Ergänzungen zum Rufzeichen w.z.B. /p /m /am oder /mm angehängt.
QRP bedeutet in laxer Übersetzung... geringe Sendeleistung.
Die IARU versteht darunter Sendeleistungen bis 5 W. Am Schluß des CQ-Rufes folgt pse k... ,bitte kommen.

Die Antwort besteht aus:
Call des CQ-Rufers
de (von)
Call des Anrufers
pse (bitte)
Schlusszeichen k
bzw. häufig kn


Die übertragene Qualität der CW- Sendung wird mit:

R: Verständlichkeit (1-5)
S: Lautstärke (1-9)
T: Tonqualität (1-9)
beurteilt.

Oft wird man als RST zwar 599 hören, jedoch sollte man sich generell um kritische Rapporte bemühen.
Nach dem Rapport kann QRM (Störung) durch andere Stationen oder QRN (atmosphärische Störungen)
folgen. Das früher übliche Anhängen von Zahlen bis 5, je nach schwere der Störungen entfällt heute.
Zusätzlich zum RST kann mit der Gruppe QSB (Lautstärke schwankt) ein Hinweis auf die herrschenden Ausbreitungsbedingungen gegeben werden.

CW: gängige Abkürzungen

ar      Ende der Sendung     
as      Bitte warten (a second)     
abt      ungefähr     
condx      DX-Ausbreitungsbedingungen     
cul      auf Wiederhören     
fb      prima, gut     
ga      beginnen Sie!     
gb      leb wohl     
gl      viel Glück     
gud      gut     
hi      ich lache     
hpe      hoffen     
lid      schlechter Funker     
lsn      zuhören     
mni      viele     
nil      nichts     
nr      nahe (oder: Nummer)     
nw      nun     
pa      Endstufe     
pse      bitte     
psed      erfreut     
sigs      Signal, Zeichen     
sn      bald     
sri      Entschuldigung     
sum      etwas     
temp      Temperatur     
tnx      danke     
ur      Ihr, Dein     
vy      sehr     
wid      mit     
wkd      gearbeitet mit     
xmas      Weihnachten     


Der erste Durchgang
Die Gegenstation meldet sich, noch vor der Rufzeichennennung, mit r (roger)
oder dem älteren ve (didididahdit, an einem Stück gegeben).
Beides bedeutet ,verstanden.
Zu Beginn der Verbindung steht die Begrüßung: gm (guten Morgen) oder gd (guten Tag)
bzw. ge (guten Abend) dr om (lieber OM). Wer höflich eine YL nicht von vornherein ausschließen
will, sendet das unpersönliche, aber nicht falsche OP (Operator).
Die einzelnen Teile eines Durchgangs separiert das Trennungszeichen = [dahdididi-dah].
Dann folgt der Rapport: ur RST 599 (eine Neun wird oft in Kurzform ,dahdit... wie ein n gegeben).
Der Amateur stellt sich nun vor... für das Log wichtig! Name is [...] es QTH [...] ,mein Name ist
[...] und mein Standort[...].
Das QTH durch my und is zu umrahmen, ist falsch, denn QTH heißt bereits ...mein Standort ist.
Oft erscheinen QTH und Name in umgekehrter Reihenfolge - sie werden meist wiederholt. Ist das QTH weitgehend unbekannt, hört man nr [in der Nähe.. Stadt].

Der Durchgang endet meist mit hw?
der meist rhetorischen Frage, ob alles verstanden wurde, folgen zuerst das Rufzeichen
der Gegenstation, dann - verbunden mit de (von) - das eigene Rufzeichen.

Bei schnellem Hin und Her der Durchgänge spart man sich dies, und ein schlichtes bk (break)
markiert die Übergabe der Taste.

Statt des Irrungszeichen aus mindestens acht Punkten, das man in der CW-Prüfung können muß,
werden im realen QSO vielfach nur einige Male das e getastet oder zweimal i -welches
eigentlich das Betriebszeichen für die Wiederholung ist.
Dann wird das fehlerhafte Wort wiederholt.
Manchmal wird selbst mitten im Wort oder Rufzeichen unterbrochen, und es folgt gleich
die nun (hoffentlich) endgültige Lesart.
Bei häufigen Patzern hört man gelegentlich sri (Entschuldigung)

Achtung, SWLs:
Manche Operateure geben ihr Rufzeichen tatsächlich mangels Betriebstechnik falsch durch, was
dazu führt, daß auch die Gegenstation falsch notiert und weder für den OP noch für den SWL
dann eine QSL kommt bzw. kommen kann.

Der zweite Durchgang
Mehr über die Station bringt der zweite Durchgang: rig (Stationsausrüstung)...Sender
und Antenne, es wird häufig synonym für ,benutzter Sender gebraucht, und darauf folgen eine
Buchstaben- und Zahlengruppe, die heutzutage den Typ des Transceivers angibt, z. B. AB 123,
gelegentlich gefolgt von pwr [...] W, der Sendeleistung, und ant (Antenne) mit einer gängigen
Kurzbezeichnung.

Häufig hört man dipol oder lw (Langdraht), auch die gp (Groundplane)ist nicht selten.
Der Wetterbericht wird mit wx, und wenn das QSO nicht in Deutsch läuft, durch Angaben wie
cloudy oder overcast (bedeckt), sunny (sonnig) oder rain (Regen) und
der Temperatur temp [...] c angegeben. Das c dient der Unterscheidung von Fahrenheitgraden.

Der letzte Durchgang
Zum Schluß noch pse QSL, my QSL ok via bureau (bitte eine QSL-Karte) die meinige geht über
das QSL-Büro raus,
und zum Verabschieden 73 (viele Grüße) sowie tnx fer QSO, das heißt ,vielen Dank
für das Gespräch und gb (good bye) oder ähnliches ergänzen.
Am Ende, und möglichst nur dort, sollte man das Schlußzeichen ar [didahdi-dahdit] hören.
Häufiger ist das sk [didididadi-dah], manchmal von einem Hin- und Her von (sinnlosen) Punkten
begleitet.
Nur, wenn der Op die Station schließt und kein QSO mehr wünscht, dann darf er cl (close) senden.

Ohne extra dafür zu trainieren, stellt sich schon nach dem Mitschreiben einiger CW-QSOs
von selber eine Art Gehörlesen ein:
Der SWL notiert nicht mehr die ständig wiederholten Zeichen wie Name oder QTH, sondern
nur die Fakten, also den Namen, den Standort und andere für ihn interessante Daten, allem voran
die Rufzeichen der beteiligten Stationen.
Gerät man aber an ein Klartext-QSO etwa in englisch, spanisch oder französisch,
wird man passen müssen, wenn man die betreffende Sprache nicht beherrscht.
Ein CW-QSO ist dennoch möglich, denn gerade zum Verstehen über die Grenzen hinweg sind
die CW-Abkürzungen gedacht.

Leo H. Jung, DE4AAB 316 CQ DL4/98
 
 

 
 


Hinweise für gutes CW-Operating

 
  • Amateurfunkverkehr in Telegrafie ist zuhören, zuhören, zuhören..........und immer wieder zuhören
  • frage nie wie schnell Du telegrafieren kannst, frage immer wie gut Du telegrafieren kannst
  • achte genau auf Wortabstände, höre während dieser ins Band und reagiere auf Deinen Partner oder auf QRM
  • passe Dich im Tempo dem Partner an, der Langsame bestimmt das Tempo
  • gehe auf Deinen Partner ein, höre ihm zu, reagiere auf Bemerkungen und beantworte seine Fragen, so entsteht ein Dialog
  • sage QRS, wenn Du dem Partner nicht folgen kannst, rede Dich nicht mit QRM oder Lärm von Frau, Kind und Katze heraus
  • benutze Abkürzungen und Q-Gruppen dort wo es sinnvoll ist, lange Klartextpassagen bei niedrigen Tempo ermüden
  • egal welche Taste Du zum Erzeugen der Morsezeichen benutzt, beherrsche sie
  • sende nur so schnell, wie Du selbst hören kannst
  • vermeide Frequenzversatz zu Deinem Partner
  • gib genaue Rapporte, sage auch einem guten Freund, wenn er schmiert, ein schmeichelhaftes Q5 hilft niemand
  • beobachte vor einem CQ-Ruf genau die Frequenz, frage ob sie belegt ist
  • rufe nicht ewig CQ, mehrmals kurz, ca. 30 Sekunden, ist besser als einmal drei Minuten, das Rufzeichen ist wichtiger als CQ
  • befolge im pile up einer DX-Station genau deren Anweisungen, sende nur Dein Rufzeichen, wenn Du gemeint bist
  • benutze nur soviel Sendeleistung wie notwendig


  • Quelle: RTC Homepage